Mit ungefähr zwei Wochen öffnen Welpen ihre Augen, das Gehör verbessert sich und sie fangen an, die Welt um sie herum warzunehmen. Bis dahin hatten sie sich auf ihren Geruchssinn verlassen müssen, um ihre Mutter und ihre Milch zu finden. Ab diesem Zeitpunkt bis zum Alter von ungefähr 16 Wochen sind die Welpen sehr aufnahmebereit für neue Erfahrungen und scharf darauf, neue Sachen auszuprobieren. Umsomehr verschiedene Personen, Hunde und andere Tiere sie in diesem Zeitraum kennenlernen und um so unterschiedlicher die Situationen sind, die sie in dieser Zeit kennen lernen, umso leichter fällt es ihnen, diese als normal einzuschätzen und ein gesundes Selbstbewußtsein aufzubauen. Sie werden in unserer Welt leben und müssen lernen, wie diese Welt läuft.
Wenn sie erst einmal 16 Wochen alt sind, sind sie nicht mehr so aufnahmbereit wie vorher. Natürlich können Sie den Welpen immer noch viele neue Sachen nahebringen, aber es braucht dann länger und Sie brauchen mehr Ausdauer und Geduld.Es ist sehr wichtig, dass die Welpen andere Hunde kennenlernen, sonst wissen sie später nicht, wie sie mit ihnen kommunizieren können. Stellen Sie sich ein Menschenkind vor, das bis zum Erwachsenenalter weggesperrt wird, ohne Kontakt zur Außenwelt oder Sprache. Wenn eine bestimmte Lernphase vorbei ist, wird das Kind nicht mehr sprechen lernen, egal wie lange man es mit ihm üben mag.
Hunde haben ebenfalls spezielle Lernphasen in denen sie lernen, wie sie mit anderen Hunden und sonstigen Lebewesen umgehen müssen. Hunde, die in den ersten 16 Wochen keinen Kontakt zu Menschen hatten, werden niemals entspannt sein wenn Menschen um sie herum sind.
Bei unserem Welpentraining versuchen wir eine Situation zu schaffen, in der die Welpen gefahrlos und unter Aufsicht miteinander spielen können. Außerdem geben wir ihnen die Möglichkeit, fremde Personen kennenzulernen und zu akzeptieren, so dass sie bei einem späteren Besuch beim Tierarzt ganz entspannt bleiben. Wir zeigen den Welpen verschiedene Hindernisse, so dass sie lernen, in einer gefahrlosen Situation etwas Neues auszuprobieren und Sicherheit zu gewinnen. Außerdem zeigen wir Ihrem Welpen ungewohnte Geräusche oder Tiere.
Außerdem lernt Ihr Welpe auch "Unterordnung für den Hausgebrauch", wie z.B. brav an der Leine zu gehen, Sitz und Platz etc. sowie kleine Tricks (z.B. herumrollen auf Kommando oder etwas mit der Nase oder einer Pfote zu berühren).
Im Training wird mit positiver Bestärkung und leckerer Belohnung gearbeitet, so dass die Welpen richtig Spaß daran haben, neues zu lernen. Außerdem geben wir Ihnen und Ihrem Welpen einen kleinen Einblick darein, was Sie später mit Ihrem Hund machen können. Ein bisschen Unterordnung, ein bisschen Agility und Fährtenlesen geben Ihnen eine Idee, wie Sie weitermachen können.
Unser Welpentraining ist nur einmal pro Woche, da Ihr Hund aber jung ist, sollten Sie versuchen, ihn auch ansonsten so oft wie möglich rauszunehmen. Nehmen Sie ihn z.B. mit zum Biomarkt am Samstag morgen oder zum Frühschoppen in Joe's Beerhouse. Gehen Sie mit ihm in einen Gartencenter und zeigen Sie ihm die unterschiedlichen Pflanzen. Gehen Sie mit Ihm in die Nähe eines Einkaufszentrums, falls Sie nicht reingehen möchten, weil seine Impfungen noch nicht vollständig sind. Leider ist der Hundeimpfplan erst nach 16 Wochen vollständig abgearbeitet und dann hätten Sie diese wichtige Lernphase verpaßt. Viel mehr Hunde werden abgegeben oder getötet, weil Sie schlechte Manieren zeigten, die durch eine gute Sozialisierung verhindert hätten werden können, als wegen Krankheiten, gegen die geimpft werden kann. Versuchen Sie einen gesunden Kompromiß zu finden indem sie Ihren Hund nicht in Gegenden nehmen, in denen die Hunde wahrscheinlich nicht geimpft wurden oder krank sein könnten, während Sie gleichzeitig Ihrem Hund soviele Möglichkeiten zur Sozialisierung geben, wie irgend möglich.
Alle Hunde müssen geimpft sein, um zum Hundeplatz zu kommen und kranke Hunde dürfen nicht mitgebracht werden, um die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten.
Wenn Ihr Welpe die 16 Wochen Grenze erreicht hat, sollten Sie ihn weiterhin sozialisieren, allerdings brauchen Sie dies nun nicht mehr so intensiv zu tun wie vorher. Die Welpen wachsen noch immer weiter und ändern auch ihren Charakter.Daher sollten sie auch weiterhin neuen Hunden und unbekannten Situationen ausgesetzt werden, so dass die Lernerfahrungen, die sie früher gemacht haben, vertieft werden. Häufig verbindet Hunde, die gemeinsam in der Welpenklasse waren, eine lebenslange Freundschaft, sofern ihre Besitzer in Kontakt bleiben.